TULPEN - BLÜTE
Aufnahmeort : Minsk
Aufnahmedatum : Montag, 05. Mai 2014
Fotografie in Minsk, BY
Statement Tatyana Sinkevich, Aktuelle Politische Situation, März 2026
,, Als Weißrussin bin ich fest davon überzeugt, dass keine politische Auseinandersetzung die guten Menschlichen, Freundschaftlichen Beziehungen zwischen Belarussen und Deutschen verderben kann ! "
Ausstellung ,, Begegnung in Minsk'' in der Galerie Schwarzweiß, Düsseldorf Benrath im November 2017.
Der Düsseldorfer Fotograf Harald Wirtz hat im Januar 2017 auf einer Reise nach Weißrussland das winterliche Minsk erkundet. Begleitet wurde er dabei von der Reiseführerin und Dolmetscherin Tatyana Sinkevich, die ihn mit den schönen, aber auch mit den traurigen Seiten ihrer Heimatstadt vertraut machte.
Entstanden ist eine beeindruckende Serie von stimmungsvollen Fotografien, die den Betrachter in eine fast schon vergessene Vergangenheit entführen.
Begegnung in Minsk
Vor 76 Jahren, am 10.November 1914, wurden vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf aus 992 jüdische Frauen, Männer und Kinder in das Ghetto Minsk deportiert. Erst nach 92 Stunden erreichte der Zug sein Ziel in der weißrussischen Hauptstadt. Es war der Transport mit der größten Zahl an Düsseldorfer Bürgern, nur fünf Deportierte hatten am Ende den Holocaust überlebt.
Die Ereignisse sind heute hier in Düsseldorf kaum mehr im öffentlichen Bewusstsein. Anders in Minsk: Die Geschichtswerkstatt Leonid Lewin dokumentiert die Geschichte des Ghettos, an vielen Stätten in Minsk und Umgebung gibt es Mahnmahle, die an das Schicksal der aus ganz Europa nach Minsk deportierten Juden erinnern.
Für die Minsker Bürger ist es ein großes Anliegen, die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aufrecht zu erhalten. So ist es selbstverständlich, die Stätten der Erinnerung aufzusuchen und immer frische Blumen zu bringen. Zum Gedenken an all die Opfer, die von weit her verschleppt wurden, um hier ermordet zu werden.
Tatyana Sinkevich, Minsk
Tatyana Sinkevich, die auf einigen Aufnahmen zu sehen ist, lebt in Minsk und arbeitet dort als freie Dolmetscherin und Stadtführerin. Zu der Ausstellung hier in Düsseldorf kann sie leider nicht persönlich kommen. Sie hat eine Nachricht geschickt:
,,Vielen Dank für ihren herzlichen Brief und ihre Einladung. Ich fürchte aber, es wird leider zu umständlich für mich sein, ihre schöne Stadt zu besuchen. Allerdings finde ich es unheimlich wichtig, und ich freue mich sehr darauf, dass diese Ausstellung über Minsk in Deutschland stattfindet. Denn sie hat aus meiner Sicht eine enorme soziale Bedeutung, besonders unter Berücksichtigung der gemeinsamen traurigen Ereignisse in der Vergangenheit.
Dank solcher Veranstaltungen entsteht die wichtige Chance, zwei Völker und – sogar mehr – zwei kulturelle Zivilisationen, Westen und Osten, zusammen zu bringen. Es macht Freude an der Erfüllung einer so wichtigen Aufgabe beteiligt zu sein. Deswegen wünsche ich ihnen viel Erfolg und Spaß mit der Ausstellung und hoffe, dass wir an diesem Projekt auch in der Zukunft weiter zusammenarbeiten werden‘‘.